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Ernährung und Parkinson


Dr. med. Ferenc Fornadi, Angelika Raff Parkinson- Zentrum Gertrudisklinik Biskirchen, Ringvorlesung am 9. Juni 2000


In unserer Zeit ist das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung gestiegen. Auch bei chronischen Erkrankungen wird oft gefragt, ob die Ernährung die bestehende Krankheit beeinflussen kann. Ebenso ist es bei der Parkinson-Krankheit, wo zahlreiche Symptome der Erkrankung wie z.B. Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, chronische Verstopfung auch mit der Ernährung in Verbindung gebracht werden können.

Eine besondere Parkinson-Diät existiert nicht. Es gibt aber einige wichtige Grundsätze, die die Patienten beachten sollten.

1.Die Einnahme von L-Dopa-haltigen Medikamenten zusammen mit einer eiweißreichen Mahlzeit kann die Wirkung dieser Medikamente abschwächen. Die aus Eiweiß entstehenden Aminosäuren können die Aufnahme von L-Dopa verhindern, so dass die Einzeldosis sogar unwirksam werden kann. Es ist empfehlenswert, die L-Dopa-haltigen Mittel möglichst eine Stunde vor oder nach der eiweißhaltigen Nahrung einzunehmen. L-Dopa soll eiweißhaltiger Nahrung auch nicht beigemischt
werden. Wenn man merkt, dass trotz Einhaltung der Zeitabstände bei der Einnahme die Wirkung von L-Dopa nach der Mahlzeit deutlich verringert ist, kann die eiweißhaltige Nahrung auf die Abendstunden verlegt werden. Eine generell eiweißreduzierte Ernährung ist aber nicht vorteilhaft. 


2.Es ist wichtig, dass der Patient auf Einhaltung seines Normalgewichtes achtet. Viele Patienten, besonders wenn sie Überbewegungen haben, verlieren ständig an Gewicht. 

 

3.Es ist günstig, den Körper mit Ballaststoffen aus Getreide (Vollkornprodukte) und Gemüse (Rohkost) zu versorgen. Ballaststoffe sind wichtig zur Regulierung des Stuhlgangs. Chronische Verstopfung ist an sich ein Symptom der Parkinson-Krankheit und die meisten Antiparkinson-Mittel können dieses Problem noch verstärken. 


4.Der Parkinson-Patient soll viel trinken, auch wenn er keinen Durst verspürt. Die Patienten sind geneigt, bei höheren Außentemperaturen schnell auszutrocknen, was zur dramatischen Verschlechterung der Symptome führen kann. Genügend Flüssigkeit ist auch für den regulierten Stuhlgang notwendig. Empfohlen werden Kräuter- u. Früchtetee, Wasser, Mineralwasser, zuckerfreie Obst- u. Gemüsesäfte. 


5.Frisches Obst und Gemüse sollte ein täglicher Bestandteil des Speisezettels sein. Durch vielseitiges Einsetzen von Kräutern und Gewürzen wird auch die Verdauung unterstützt und die Nahrung wird viel schmackhafter. Der Kochsalzbedarf ist im allgemeinen mit der gesunden Ernährung gedeckt, ein Nachsalzen ist selten notwendig.

6.Es ist günstiger 5-6 kleinere Mahlzeiten am Tag zu verzehren. Dadurch werden die Verdauungsorgane weniger belastet, und die einzelnen Stoffe besser aufgenommen.

7.In fortgeschrittenen Stadien der Parkinson-Krankheit kann das Kauen und auch das Schlucken deutlich beeinträchtigt sein, in solchen Fällen muss man auf mundgerecht hergestellte Kost achten und den Patienten für die Nahrungsaufnahme genügend Zeit einräumen. Auch sollte man dabei an die Warmhaltung der Speisen denken (Warmhalteteller). 

 
 



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