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Positives Denken bei Morbus Parkinson

Dr. med. Ilona Csoti, Parkinson-Zentrum,Gertrudisklinik Biskirchen, Ringvorlesung vom 2. Juni 2000


Wenn ein Mensch etwas verliert, das für ihn und sein Leben bisher wichtig und bedeutsam war, z.B. seine körperliche Gesundheit, gerät er in eine mehr oder minder für ihnund seine Umgebung bemerkbare Krisensituation. Die Diagnose Parkinson bedeutet darüber hinaus für den Betroffenen die Auseinandersetzung mit einer chronischen Krankheit. Er muss sich neu auf sich selbst besinnen als ein Mensch, der sich in einer völlig veränderten Lebenssituation befindet und er muss lernen, sich in dieser auch
zurechtzufinden. Sein Selbsterleben und sein Selbstempfinden mit dieser Krankheit, und damit auch die Art des Umgangs mit seinen nächsten Angehörigen, stehen im Zentrum seiner Aufmerksamkeit, verändern sich und wandeln sich.

Das Ziel dieser Selbstbesinnung muss sein, sich selbst finden und annehmen zu lernen und den Mut zu haben, sich trotz dieser Krankheit wieder neu auf das Leben einzulassen, auch wenn immer wieder mit Veränderungen der körperlichen Befindlichkeit zu rechnen ist.

Die Kraft des positiven Denkens kann für jeden Patienten eine große Hilfe auf diesem Weg der Selbstbesinnung darstellen. Viele Menschen suchen in ihrer Vergangenheit nach möglichen Ursachen ihrer Erkrankung. Sie machen die Erziehung, besondere Belastungen ihres Lebens, ihre Situation am Arbeitsplatz oder Probleme in der Partnerschaft für ihre Krankheit verantwortlich. Solche Ursachenzuschreibungen sind oft verhängnisvoll und wenig hilfreich in der Krankheitsverarbeitung. Jeder Patient lebt sein
eigenes Leben und er muss lernen, die Verantwortung dafür selbst zu übernehmen. Es ist für jeden Betroffenen wichtig, seine Krankheit zu akzeptieren, ohne sich selbst oder anderen Menschen deshalb Vorwürfe zu machen.

Unser Unterbewusstsein spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Im Gegensatz zu unserem bewussten Denken kann das Unterbewusste nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden. Es kommt ganz entscheidend darauf an, welche Richtung wir unserem Unterbewusstsein zuweisen. Wut, Enttäuschung, Hass und jegliche weitere Selbstvergiftung von innen durch negative Gedanken und Vorstellungen sind für uns nicht weniger gefährlich als die Umweltverschmutzung, von der heute jeder spricht.
Lieblosigkeit, gleichgültiges Nebeneinander, übersteigertes Konkurrenz- und Leistungsdenken, Jagd nach Anerkennung und ständiges Vergleichen mit anderen machen uns permanent unzufrieden. Von Arthur Schopenhauer stammt der Gedanke: "Wir denken selten darüber nach, was wir haben, immer nur darüber, was uns fehlt."

Wenn wir zur Krankheitsbewältigung mit Hilfe des positiven Denkens beitragen wollen, so müssen wir uns dessen bewusst sein, dass das Leben vor allem Sein ist, weniger Haben. Wir können unser Unterbewusstsein positiv programmieren und damit dazu beitragen, unser Leben auch mit einer chronischen Krankheit glücklicher zu gestalten.


Phantasien, Vorstellungen, Emotionen, Intuitionen sind die Verdeutlichung unseres Unterbewusstseins. Positive Vorstellungen von unserem Leben zeigen uns, wohin wir möchten, und fördern damit unser Denken und Handeln in Richtung dieses Zieles. Je mehr man daran glaubt, etwas erreichen zu können, desto eher wird es eintreten. 


Negative Auswirkungen von Stress und innerer Unruhe können so besser bewältigt werden. Motivation ist die allerwichtigste Voraussetzung für positives Denken.

"Die Krankheit entsteht zwar aus der Natur, ihre Heilung aber entsteht aus dem Geist." Paracelsus

 
 



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