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Restless Legs Syndrom - Was ist das?
Typische Beschwerden der Betroffenen
Wer an einem Restless Legs Syndrom (RLS) leidet, empfindet
seine Beschwerden oft als so seltsam, daß er sie seinem Arzt
oder auch seinen Angehörigen gar nicht schildern möchte.
Typischerweise treten in Ruhe oder Entspannungssituationen,
meist auch beim Versuch, einzuschlafen oder während der Nacht,
äußerst unangenehme Empfindungen in den Beinen ein- oder
beidseitig auf. Meistens beginnen die Symptome im
Wadenbereich, können aber auch im Knie lokalisiert sein oder
den Oberschenkel miteinbeziehen und manchmal abwechselnd
das linke oder rechte Bein betreffen. Die Patienten beschreiben
die Symptome als Stechen oder Ziehen, aber auch als Kribbeln,
Reißen, Jucken oder auch als Schmerzen. Diese
Mißempfindungen gehen mit einem Bewegungsdrang der Beine
einher. Deswegen sind die Patienten gezwungen, die Beine zu
bewegen, am besten aufzustehen oder Gymnastik zu machen.
Manche Patienten verspüren auch das Bedürfnis, die Beine kalt
oder warm zu duschen, um sich Erleichterung zu verschaffen.
Andere reiben, massieren, bürsten, erwärmen die Beine oder
laufen im Schnee. Diese sog. "Hausmittel" der Betroffenen
kommen meist nachts zur Anwendung, um das extrem
unangenehme Gefühl in den Beinen zu lindern oder zum
Verschwinden zu bringen. Manche Patienten bemerken auch,
daß nach einiger Zeit kleine Muskelzuckungen an den Beinen
auftreten, die zu kurzen Beinbewegungen führen können und
von
den Patienten nicht zu steuern, d.h. unwillkürlich sind. Diese
Muskelzuckungen oder -krämpfe können ebenso durch
Umhergehen wieder verschwinden.
Die unangenehmen Symptome können zu Einschlaf- und
Durchschlafstörungen führen, weil die Beschwerden an den
Beinen meist im Liegen auftreten und die Patienten bis zu
Stunden am Einschlafen hindern. Manche Patienten schlafen
nur
bei kühler Temperatur, z.B. ohne Bettdecke, andere wiederum
können nur bei Wärme einschlafen, z.B. mit Wollsocken. Es
sind
uns auch Patienten bekannt, die die ganze Nacht umherwandern,
um sich Erleichterung zu verschaffen. Inzwischen ist bekannt,
daß
die Beschwerden des RLS der biologischen Uhr, dem sog.
Zeitgeber oder zirkadianen Rhythmus folgen. Die Beschwerden
nehmen üblicherweise ab dem späten Nachmittag zu und
erreichen ein Maximum
zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens. Gegen Morgen ist im
allgemeinen ein besserer Schlaf möglich, deswegen sollten
RLS-Patienten möglichst länger in den Vormittag hinein schlafen,
z.B. am Wochenende. Erst mit zunehmender Schwere der
Erkrankung wird dieser Rhythmus wohl weniger ausgeprägt und
die Symptome treten während des ganzen Tages jeweils in Ruhe
auf. Müdigkeit scheint den Schlaf nicht zu verbessern, so
daß
starke körperliche Anstrengung die Symptome in der folgenden
Nacht eher noch verschlechtern kann.
Es wird geschätzt, dass das RLS zu den häufigen Erkrankungen
der Bevölkerung zählt und ungefähr 2-5% der Bevölkerung mit
unterschiedlichem Schweregrad betrifft. Kanadische Umfragen
behaupten, daß sogar wesentlich mehr Personen, ungefähr
5-10% der Bevölkerung zumindest zeitweise unter
RLS-Beschwerden leiden. Genaue Zahlen für Deutschland oder
auch Europa liegen bisher nicht vor.
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