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Seelische
Begleiterscheinungen des Restless Legs Syndroms
Neben den rein körperlichen Beschwerden von Patienten mit
einem Restless Legs Syndrom gibt es auch mögliche, seelische
Begleiterscheinungen. Schilderungen von Betroffenen und deren
Lebensgeschichte zeigen oft viele Gemeinsamkeiten.
Gereiztheit, Müdigkeit, Anspannung und innere Unruhe aufgrund
der Schlafstörungen bedeuten häufig seelische Belastungen.
Daneben treten aber auch Erscheinungen auf, die die
Betroffenen oft gar nicht in Verbindung mit den unruhigen
Beinen
bringen und worüber sich manche scheuen, mit anderen
Menschen zu sprechen. Der durch die quälenden
Mißempfindungen und die unruhigen Beine gestörte Nachtschlaf
mit seinen Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die
Leistungsfähigkeit ist deshalb eine der gravierendsten
seelischen Belastungen der vom RLS-Leiden betroffenen
Menschen.
Ein weiterer, für viele Betroffene belastender Umstand, ist
die
Schwierigkeit, sich körperlich und seelisch zu entspannen.
Dies
liegt zum einen an der "gelernten" Erfahrung, daß die unruhigen
Beine immer in Situationen auftreten, die eine körperliche
und
psychische Entspannung bedeuten, wie das vor allem beim
Einschlafen der Fall ist. Hinzu kommt eine durch den
Schlafmangel bedingte Gereiztheit. Dadurch kann es zu einer
regelrechten Angst vor dem Zubettgehen kommen, die die
Einschlafschwierigkeiten noch verstärkt. Auch der Wunsch,
aber
auch der Druck im Berufs- und Privatleben, trotz der durch
die
Schlafstörung verursachte Tagesmüdigkeit, die volle Leistung
zu
erbringen, stellt ein Problem für viele RLS Betroffene dar.
Viele
sprechen auch nicht gerne darüber, warum sie tagsüber müde
sind.
Weiterhin zeigte sich, daß viele Patienten Probleme mit "Enge"
haben. Dieses ist jedoch nicht immer im wörtlichen Sinne zu
verstehen und kann ganz verschiedene Ausmaße annehmen. Im
schlimmsten Fall kann es den Betroffenen in seinem ganz
normalen täglichen Lebensablauf behindern. Beispiele aus
Selbstschilderungen zeigen, daß sich Unbehagen beim Tragen
enger Kleidungsstücke, unter Bettdecken, in engen Räumen,
Badewannen oder aber auch in Menschenansammlungen
einstellen kann. Darüberhinaus kann sich dieses Unbehagen
aber auch in Situationen einstellen, die "Enge" im übertragenen
Sinne assoziieren. Hierzu zählen z.B. die Beengung durch
Personen aus der näheren Umgebung und Lebensumstände, die
die persönliche Kreativität, Entfaltung oder den persönlichen
Freiraum einschränken, sei es im privaten oder beruflichen
Bereich.
Nach den Selbstschilderungen der Patienten ist eine
unspezifische psychopharmakologische Behandlung, wie sie
üblicherweise bei typischen Schlafstörungen eingesetzt wird,
nur
bedingt wirksam und wird außerdem oft wegen der
Abhängigkeitsgefahr von Schlafmitteln von den Beteiligten
abgelehnt. Körperliche Anstrengung, Sport und autosuggestive
Verfahren wie autogenes Training, werden ebenso als
unzureichende Hilfe zur Entspannung und zum Einschlafen
genannt. Im Gegensatz dazu berichten Betroffene über eine
-
zumindest vorübergehende - wohltuende Entspannung und oft
problemloses Einschlafen nach physikalischer Therapie, z.B.
die
Kneipp'sche Therapie mit warm-kalten Wechselbädern der Füße
oder Massagen.
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