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Schlafstörungen
beim Restless Legs Syndrom
Ein- und Durchschlafstörungen sind häufige Beschwerden von
Patienten mit einem RLS. Über 90% der von uns untersuchten
Patienten geben an, unter Schlafstörungen zu leiden. Der
Schlafmangel wiederum führt dazu, daß sich die Betroffenen
tagsüber erschöpft und müde fühlen und - wenn auch in seltenen
Fällen - gegen ihren Willen einschlafen. Ein über viele Jahre
gestörter Schlaf - wie es im Rahmen dieser Erkrankung nicht
selten vorkommt - kann zu einem Leistungsabfall,
Konzentrationsstörungen und mangelnder Belastbarkeit, aber
auch zu depressiven Verstimmungen führen.
Die Untersuchung des Schlafes in einem Schlaflabor
(Polysomnographie) ist zwar eine sehr aufwendige und teure
Methode, gibt aber wichtige Informationen über das tatsächliche
Ausmaß der Schlafstörung. So kann es vorkommen, daß der
Schlaf in Wirklichkeit weniger beeinträchtigt ist, als es
der Patient
in seiner Wahrnehmung annimmt. Umgekehrt kann der Schlaf
durch kurzzeitige Weckreaktionen ganz erheblich gestört sein,
ohne daß sich der Patient dessen bewußt wird. Eine
Untersuchung im Schlaflabor dient auch dazu, andere
Erkrankungen, die mit Schlafstörungen bzw. einer erhöhten
Tagesmüdigkeit einhergehen, auszuschließen oder festzustellen.
Hierzu zählen insbesondere bestimmte Atmungsstörungen im
Schlaf hier va. das Schlafapnoe-Syndrom. Eine genaue
Diagnose ist deshalb so wichtig, da beide Erkrankungen ganz
unterschiedlich behandelt werden. Gelegentlich kommt es aber
auch vor, dass beide Störungen gleichzeitig bestehen.
Im Schlaflabor werden dem Patienten am Kopf und an beiden
Beinen Elektroden oberflächlich, d.h. schmerzlos, angelegt,
um
die Gehirnströme (Elektroencephalogramm, kurz EEG), die
Bewegungen der Augen (Elektrookulogramm, EOG) und die
Aktivität der Muskeln (Elektromyogramm, EMG) aufzuzeichnen.
Durch die Registrierung der Muskelaktivität beider Beine kann
die Häufigkeit von Bewegungen und ihr Einfluß auf die
Schlafstruktur erfasst werden. Gleichzeitig werden über einen
Atmungsfühler und einen schmalen Brust- und Bauchgurt die
Atemströme bzw. die Atembewegungen gemessen. Während
der gesamten Nacht werden die registrierten Werte
aufgezeichnet. Am folgenden Tag werden die Daten ausgewertet
und zu einem Schlafprofil (Hypnogramm) zusammengefasst.
Der normale Schlaf ist durch eine regelmäßige und zyklische
Abfolge von zwei fundamental unterschiedlichen Zustandsformen
gekennzeichnet: dem Non-REM-Schlaf (non rapid eye movement
Schlaf), das ist eine Schlafphase ohne schnelle
Augenbewegungen, und dem REM-Schlaf (rapid eye movement
Schlaf), der durch rasche Augenbewegungen gekennzeichnet ist;
oft sind Träume in dieser Schlafphase angesiedelt. Ein
Non-REM/REM-Zyklus wird im Verlauf der Nacht mehrfach
durchlaufen und dauert in etwa 80 bis 110 Minuten. Der
Non-REM Schlaf wird nach der jeweils vorherrschenden
Wellenform im EEG in die Schlafstadien 1 bis 4 unterteilt.
Das
Stadium 1 (Einschlafstadium) ist in der Regel kurz und geht
rasch
in das Stadium 2, den mitteltiefen Schlaf, über. Schlafstadium
3
und 4 werden zum Tiefschlaf zusammengefaßt, hier dominieren
große und langsame Wellen (deshalb auch der englische
Ausdruck slow wave sleep). Der REM-Schlaf ist neben den
raschen Augenbewegungen durch eine nahezu vollständige
Erschlaffung der Muskulatur gekennzeichnet - nur das Herz,
Zwerchfell, die Augenbewegungen und die glatte Muskulatur
werden ausgespart. Tiefschlaf findet ganz überwiegend in der
ersten und REM-Schlaf in der zweiten Nachthälfte statt.
(siehe Fortsetzung)

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